Die sechs wichtigsten Akupressurpunkte bei seelischen Problemen. Eine Übersicht in Anlehnung an die Traditionelle Chinesische Medizin und die japanische Körpertherapie.

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Akupressur ist ein bewährtes Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin, das auch in der japanischen Körpertherapie Anwendung findet. Sie zielt darauf ab, Menschen bei seelischen Belastungen wie Angst, Stress und depressiver Verstimmung zu unterstützen. Durch gezielten Druck auf spezifische Punkte des Körpers soll die Lebensenergie (jap. Ki) harmonisiert und in Balance gebracht werden. Auch wenn die Wirksamkeit dieser Methode nach wissenschaftlichen Standards nicht als abschließend belegt gilt, wird Akupressur in der Komplementärtherapie vielfach eingesetzt und von vielen Menschen als hilfreich empfunden.
Nach traditionellem Verständnis können die folgenden sechs Punkte helfen, das Befinden bei psychischen Problemen zu verbessern:
Drittes Auge (jap. In Do)
- Position: Zwischen den Augenbrauen, in der Mitte der Stirn.
- Anwendung: Fördert Ruhe, unterstützt bei Angst und beeinträchtigter Konzentration.
- Technik: Leichten Druck mit dem Zeigefinger ausüben und kreisende Bewegungen für ein bis zwei Minuten ausführen.
Herz-Kreislauf 6 (jap. Nai Kan): Innerhalb des Tores
- Position: Drei Fingerbreit unterhalb der Handgelenksfalte, zwischen den beiden Sehnen.
- Anwendung: Unterstützt bei Stress, Übelkeit durch nervöse Anspannung und nervösen Herzbeschwerden.
- Technik: Mit dem Daumen sanften Druck ausüben und ein bis zwei Minuten massieren.
Herz 7 (jap. Shin Mon): Gottes Tor
- Position: Am inneren Handgelenk, in der Vertiefung am Ende der Handgelenksfalte.
- Anwendung: Unterstützt bei Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, innerer Unruhe und emotionaler Überforderung.
- Technik: Mit leichtem Druck für eine Minute auf beide Handgelenke anwenden.
Lenkergefäß 20 (jap. Hya Kue): Einhundert Begegnungen
- Position: Auf der Oberseite des Kopfes, in der Mitte einer Linie, die von Ohr zu Ohr verläuft.
- Anwendung: Stärkt Klarheit, unterstützt bei innerer Anspannung und gedrückter Stimmung.
- Technik: Mit den Fingerspitzen sanften Druck ausüben oder kreisend massieren.
Niere 1 (jap. Yu Sen): Sprudelnder Quell
- Position: An der Fußsohle, im vorderen Drittel des Fußes in einer kleinen Vertiefung.
- Anwendung: Erdend, beruhigend und unterstützend bei Panikattacken oder starker Anspannung.
- Technik: Sanften Druck mit dem Daumen ausüben und langsam massieren.
Milz 6 (jap. San Yin Ko): Treffpunkt der drei Beinmeridiane
- Position: Vier Fingerbreit oberhalb des inneren Knöchels, entlang des Schienbeins.
- Anwendung: Fördert innere Ruhe, unterstützt bei Schlafproblemen und hormonellen Schwankungen.
- Technik: Mit sanftem bis mittlerem Druck für ein bis zwei Minuten bearbeiten.
Milz 6 wird auch manchmal als "Frauencafé" bezeichnet, da sich hier drei Yin-Meridiane treffen.
Die Verbindung von Shiatsu und Akupressur
Shiatsu und Akupressur teilen gemeinsame Wurzeln in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und verfolgen dasselbe Ziel: den Energiefluss im Körper zu harmonisieren und das Wohlbefinden zu fördern. Akupressur orientiert sich stärker an den Prinzipien der TCM und konzentriert sich auf gezielte Druckanwendungen an spezifischen Punkten des Körpers. Shiatsu hingegen ist tief in der japanischen Tradition verwurzelt. Die Behandlung konzentriert sich auf die Meridiane und nutzt achtsame Berührungen, sanfte Dehnungen und Mobilisierungen, um die Lebensenergie (Ki) in Fluss zu bringen. Beide Ansätze können sich sinnvoll ergänzen und bieten einzigartige Möglichkeiten, Körper und Geist in Balance zu bringen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Fortbildung für Körpertherapeuten mit entsprechender Qualifikation bzw. Heilerlaubnis. Die Inhalte ersetzen in keinem Fall die Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Die vorgestellten Verfahren sind nicht zur Selbstbehandlung geeignet. Komplementäre Verfahren beruhen in der Regel auf traditioneller Überlieferung und langjähriger Erfahrung und nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.